Das Messwerkzeug

Der Glukose-Keton-Index (GKI)

Eine einzige Zahl, die Seyfried als ersten Biomarker für den Zustand Ihrer Mitochondrien bezeichnet - und als Karte, die zeigt, wo Sie zwischen Vorbeugung und Risiko stehen.

Der Glukose-Keton-Index (GKI) ist der Blutzucker geteilt durch die Blutketone, beide in mmol/l gemessen. Je niedriger der Wert, desto stärker läuft der Körper auf Ketonen statt auf Glukose; einen GKI zwischen 0,5 und 4 verbindet Seyfried mit der Kontrolle von Krebs.

Wie er entstand

Der GKI ging aus einem realen Fall hervor: Trudy Dupont, eine Anwältin mit einem Hirnstammtumor. Die Glukose allein schwankt stark - an einem Tag, nachdem ihr jemand den Behindertenparkplatz weggenommen hatte, schoss ihr Wert trotz ketogener Ernährung auf 186 mg/dl. Statt Glukose und Ketone getrennt zu verfolgen, fassten Seyfried und seine Kollegen beide zu einem Verhältnis zusammen, das stabil und aussagekräftig bleibt.

Die Berechnung

Blutzucker (mg/dl) ÷ 18Blutketone (mmol/l)= GKI

Die Division durch 18 rechnet lediglich den Blutzucker von mg/dl in mmol/l um. Zeigt Ihr Messgerät den Wert bereits in mmol/l an, entfällt dieser Schritt - teilen Sie einfach die Glukose (mmol/l) durch Ihren Ketonwert. Niedriger heißt: tiefere Ketose und, so Seyfried, gesündere Mitochondrien.

Rechenbeispiel: Glukose 90 mg/dl → 90 ÷ 18 = 5. Ketone 0,4 mmol/l → 5 ÷ 0,4 = 12,5 - das liegt in der Präventionszone.

Die Zonen

Seyfried hat gemeinsam mit Derek Lee und Christos Chinopoulos die GKI-Werte auf einer farbigen Skala verortet - einer "bioenergetischen Landkarte zur Gesundheit". Niedrigere Zahlen entsprechen dem Stoffwechselzustand, in dem unsere Vorfahren ganz selbstverständlich lebten.

Beurteilung der Stoffwechselgesundheit
100
  • Entzündung
  • Bluthochdruck
  • Adipositas
  • Krebs
  • Metabolisches Syndrom
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Demenz
  • Neurologische Störungen
Hohes RisikoGKI 50-100+
50
  • Abdriften in Richtung chronischer Erkrankungen
Mittleres RisikoGKI 20-50
20
  • Gewichtsabnahme
  • Stabile Energie
  • Ausgeglichene psychische Gesundheit
  • Erhalt der Muskelmasse
PräventionGKI 4-20
40.5
  • Krebsbehandlung
  • Bessere Biomarker
  • Rückbildung der Erkrankung
BehandlungGKI 0,5-4

Ein niedrigerer GKI bedeutet tiefere Ketose und bessere Stoffwechselgesundheit. Geben Sie unten Werte ein, um Ihr Band hervorzuheben.

GKI-Rechner

Geben Sie Ihre Werte ein. Ketone werden überall in mmol/l gemessen; der Blutzucker erscheint standardmäßig in mg/dl. Stellen Sie auf mmol/l um, falls Ihr Gerät so anzeigt - der GKI bleibt derselbe.

mmol/L

Geben Sie Ihre Glukose- und Ketonwerte ein, um GKI und Zone zu sehen.

Prävention und Behandlung. Sie müssen nicht dauerhaft im tiefen Grün leben. Für Gesunde senkt bereits das gelbe Präventionsband das Risiko. Die grüne Zone ist dem aktiven Behandeln einer Erkrankung vorbehalten - und auch dort, betont Seyfried, muss man nicht dauerhaft bleiben, denn der Mensch hat sich im Wechsel von Überfluss und Mangel entwickelt.

Nicht mit einer Ketoazidose verwechseln

Die ernährungsbedingte Ketose (Ketone von etwa 0,4 bis 3 mmol/l) ist der Zustand, in dem der Mensch evolutionär Mangelzeiten überstanden hat. Die gefährliche Ketoazidose bedeutet Ketonwerte von rund 15 bis 20 mmol/l und tritt bei unbehandeltem Typ-1-Diabetes auf - ein völlig anderer, krankhafter Zustand. Seyfried betont nachdrücklich, dass man beides nicht vermengen darf.

Selbst messen

Der GKI verbindet zwei Blutwerte: Glukose und Ketone. Manche Messgeräte erfassen beide aus einem Tropfen und errechnen den GKI gleich mit; andernfalls misst man beide Werte einzeln und teilt sie selbst.

Wichtig: Der GKI braucht Blutketone (mmol/l), keine Urinwerte. Messgeräte und Teststreifen für Blutketone sind in Apotheken vor Ort schwer zu bekommen - dort liegen meist nur Urinstreifen -, daher ist die Bestellung im Internet in der Regel der einfachste Weg.

Was für die Messung nötig ist

Das ist die Ausrüstung, die die Messung verlangt - ganz gleich, für welche Marke Sie sich entscheiden.

  • Ein Gerät für Blutzucker und eines für Blutketone. Das können zwei getrennte Geräte sein oder ein Kombigerät, das beides aus einem Tropfen misst und den GKI oft gleich selbst berechnet.
  • Teststreifen für beide Messungen. Streifen für Glukose und für Ketone sind nicht austauschbar, und die Ketonstreifen sind meist die teureren.
  • Eine Stechhilfe samt Lanzetten für den Fingerstich.

Die Streifen sind der laufende Kostenpunkt; auf Dauer zählen also ihr Preis und ihre Verfügbarkeit vor Ort mehr als der Preis des Messgeräts.

Seyfried versteht das ausdrücklich als Befähigung der Patientinnen und Patienten, nicht als Vorschrift - als Werkzeug für eine informierte persönliche Entscheidung, gemeinsam mit einer sachkundigen Ärztin oder einem sachkundigen Arzt, besonders bei Diabetes oder anderen Erkrankungen. Ein GKI-Wert ist ein persönlicher Messwert, keine medizinische Diagnose, und nichts davon ersetzt eine professionelle medizinische Betreuung.

Quellen

  1. Meidenbauer JJ, Mukherjee P, Seyfried TN (2015). The glucose ketone index calculator: a simple tool to monitor therapeutic efficacy for metabolic management of brain cancer. Nutrition & Metabolism. doi:10.1186/s12986-015-0009-2
  2. Seyfried TN, Yu G, Maroon JC, D'Agostino DP (2017). Press-pulse: a novel therapeutic strategy for the metabolic management of cancer. Nutrition & Metabolism. doi:10.1186/s12986-017-0178-2